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SRH Berufliches Trainingszentrum Rostock feiert 10-jähriges Jubiläum

Im SRH Beruflichen Trainingszentrum Rostock erhalten Jugendliche und Erwachsene mit psychischen Erkrankungen Unterstützung auf ihrem Weg zurück ins Arbeitsleben. Rund 400 Menschen nutzten die Angebote der beruflichen Rehabilitation seit 2016.

Der Eingang des SRH Beruflichen Trainingszentrums Rostock.

Im Mai 2016 ging der Rostocker als damals vierter Standort des heutigen Geschäftsbereichs SRH Berufliche Trainingszentren an den Start. Bis zum Sommer gehörten sechs Mitarbeiter:innen zum Team, vier diagnostische und integrative Maßnahmen wurden damals angeboten. Mittlerweile sind es sieben. Derzeit absolvieren 28 Menschen hier eine Maßnahme der beruflichen Rehabilitation. 

Viele der Teilnehmenden haben aufgrund ihrer psychischen Erkrankung längere Zeit nicht gearbeitet oder bislang noch keinen beruflichen Einstieg gefunden. Depressionen, Angst- und Persönlichkeitsstörungen sowie Sucht- oder Zwangserkrankungen erschweren den Weg ins Arbeitsleben. Gleichzeitig sind die persönlichen Voraussetzungen und beruflichen Biografien der Betroffenen sehr unterschiedlich. Im SRH Beruflichen Trainingszentrum Rostock werden diese individuellen Voraussetzungen bei der Planung und Gestaltung der diagnostischen und integrativen Maßnahmen berücksichtigt. 

Entscheidend ist insbesondere die aktuelle persönliche Situation der Teilnehmenden.

„Unsere Angebote richten sich danach, wo ein Mensch gerade steht und welche beruflichen Ziele er verfolgt“, sagt Standortleiterin Jana Köhn. „Manche Teilnehmende benötigen zunächst einen aktuellen Ist-Stand ihrer Belastungs- und Leistungsfähigkeit und eine berufliche (Neu)-Orientierung. Durch das Austesten in unseren verschiedenen Trainingsbereichen werden Förderbedarfe und berufliche Ausrichtungen konkret. Mit diesen Erkenntnissen erarbeiten sich Teilnehmende mit unserer Unterstützung ihre Maßnahmenziele individuell.“

Die beruflichen Trainings und Arbeitsaufträge richten sich an den Anforderungen des regionalen Arbeitsmarktes aus. Ziel ist es, nachhaltige Perspektiven und Wege in Beschäftigung zu entwickeln.   

Ein wichtiger Bestandteil der beruflichen Rehabilitation ist die psychische Stabilisierung. Die Teilnehmenden lernen Strategien kennen, mit denen sie fachliche und soziale Anforderungen im Berufsalltag bewältigen können. Sie setzen sich damit auseinander, wie sie mit Belastung umgehen, eigene Grenzen wahrnehmen und rechtzeitig reagieren können, wenn Überforderung droht. „Wir unterstützen Menschen dabei, ihre eigenen Ressourcen zu entdecken und Schritt für Schritt wieder mehr Sicherheit im beruflichen Alltag zu gewinnen“, so Jana Köhn. „Berufliche Teilhabe bedeutet für viele Menschen weit mehr als nur einen Arbeitsplatz zu haben. Sie schafft Struktur, Selbstvertrauen und gesellschaftliche Teilhabe.“

Wichtiger Beitrag für Teilhabe  

Teilhabe am Arbeitsleben ist ein gesetzlich verankertes Recht. Die Angebote des SRH Beruflichen Trainingszentrums Rostock leisten einen wichtigen Beitrag dazu. Finanziert werden die Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation beispielsweise durch die Agentur für Arbeit oder die Deutsche Rentenversicherung. 

Um Menschen am Standort Rostock langfristig neue Perspektiven ermöglichen zu können, setzt das neunköpfige Team neue Angebote um und akquiriert neue Partner:innen. Das Pilotprojekt für die neue Maßnahme Belastungserprobung lief gemeinsam mit der Rentenversicherung Bund: „Wir klären in Zusammenarbeit mit einem Arbeitsmediziner, unserer Psychologin, Arbeitstherapeutin und den Beruflichen Trainer:innen ab, ob Menschen einer beruflichen Rehabilitation gewachsen sind“, so Jana Köhn. Mittlerweile ist die Maßnahme durch das Anerkennungsverfahren zugelassen. Auch die Bundeswehr fand im Beruflichen Trainingszentrum einen Partner: Soldat:innen, die aufgrund psychischer Einschränkungen dienstuntauglich sind, können ihre Belastbarkeit überprüfen und sich gegebenenfalls beruflich neu orientieren.